12
Jan

Tragen nur Gläubige die Beweislast in Sachen (Nicht-)Existenz Gottes?

Herr Hübl, glauben Sie an Gott?

– Nein.

Woher wissen Sie, dass es ihn nicht gibt?

– Das kann niemand sicher wissen. Die Frage muss eher umgekehrt lauten: Wie kommen die Gläubigen zu ihrer Überzeugung? Existenzannahmen sind eine Bringschuld. Wer zum Beispiel behauptet, Zeus schleudere Blitze, ist in der Pflicht, zu zeigen, dass dieser Gott existiert.“

Das scheint mir nicht zuzutreffen: Der Atheist ist auch ein „Gläubiger“ – glaubt an die Existenz einer Welt, die nirgendwo „gottförmig“ bzw. „zeusförmig“ ist. Der Atheismus kann auch in die Form einer positiven Behauptung gebracht werden: Die Welt ist überall so, so, so, …, oder so geformt (wobei das wiederholte „So“ alle Möglichkeiten abdeckt ausser die Gott-Möglichkeit). Ergo haben alle, die etwas glauben, dieselbe Bringschuld. Auch Agnostizismen sind Glaubensformen: Der Agnostiker muss belegen können, dass die Wahrscheinlichkeitsverteilung z.B. 50-50 und nicht 80-20 ist.

 

 

 

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